Buchbau iederverwertung

Mehr Freude am Buch. alles ausser lesen.

Lotte Llachts literarisches Parkett.

Hat das Buch in den Zeiten neuer Medien als Wert an sich ausgedient?
Wohin mit den vielen Büchern?
Sind literarische Altlasten noch wiederzuverwerten?

Viele Bücher werden heute nicht artgerecht gehalten – in feuchten Kellern, auf staubigen Dachböden. Bücher wollen gesehen werden, besprochen, sie wollen von Hand zu Hand gehen. In ihrer Kreativwerkstatt experimentiert Lotte Llacht mit dem Wertstoff Buch. Die Aufarbeitung von Literatur und das kreative Bücherrecycling hat sich als Upcycling herausgestellt. Auf dem Tübinger Bücherfest 2011 präsentierte die Recyclingaktivistin zusammen mit der Goldschmiedin Ulli Rassmann erstmals ihre Forschungsergebnisse.

Die farbigen Neuausgaben alter Schinken, Taschenbuchtaschen, Leselampen und Lichtobjekte, sowie die universal einsetzbaren Buchziegel und –hocker waren als Unikate käuflich zu erwerben. Als Verkaufsschlager bei diversen Kunsthandwerkermärkten erwies sich die Goethetapete: ein Wandpapier, das auch zu Paravents weiterverarbeitet wurde.

Unverkäuflich ist das Literarisches Parkett. Diese Rauminstallation ist zerstörungsfrei hergestellt und darf betreten werden. Das kostet natürlich Überwindung und bringt Diskussionen über den Wert alter Bücher. Wer sich in das horizontale Bücherregal begibt, bemerkt die hervorragenden Dämmeigenschaften, spürt die Verbesserung des Raumklimas und findet sich über kurz oder lang lesend, liegend oder auf einem ergonomischen Buchstuhl sitzend, im Parkett wieder.

So geschehen auf der Hamburger LiteraturAltonale, wo 32 qm Parkett fernab des Literaturbetriebs in einer Shoppingmall verlegt wurden, zwischen Supermärkten und Butiken entstand eine Leseinsel. Auch in Burghausen konnte (im Rahmen der Literatur live 2013) Lotte Llachts Literarisches Parkett begangen werden.

Bringen Sie Ihre alten Bücher. Sie können, neu verlegt, am Prozess des Upcycling teilhaben.


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